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07.02.2018

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20 Schöffen werden gesucht
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Michael Maske, Beisitzer des Landesverbandes Nord der Deutschen Vereinigung der Schöffinnen und Schöffen (links), und Uwe Goldt, Büroleitender Beamter der Gemeinde Rellingen, freuen sich auf zahlreiche Bewerbungen für das richterliche Ehrenamt. ©Flomm/kommunikateam

Auch aus der Gemeinde Rellingen werden ehrenamtliche Richterinnen und Richter benötigt

Sie sind die Vertreter des Volkes an der Rechtsprechung. Sie sind sozusagen die Richter ohne Robe. Die Rede ist von den Schöffinnen und Schöffen, die als Ehrenamtler an Gerichtsverhandlungen teilnehmen und direkten Einfluss auf Verurteilungen, aber auch auf Freisprüche haben.

Aktuell werden für die Gemeinde Rellingen etwa 20 Schöffinnen und Schöffen gesucht, die von 2019 bis 2023 in einer fünfjährigen Amtszeit am Amtsgericht Pinneberg sowie am Landgericht Itzehoe ihrem Ehrenamt nachkommen. Für Uwe Goldt ist die Tätigkeit als Schöffe eine gute Möglichkeit der persönlichen gesellschaftlichen Teilhabe: „Bei der Schöffenwahl ergibt sich eine Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger, also der Gesellschaft, bei der richterlichen Gewalt, der Judikative. Das finde ich spannend, da die sonst bekannten Beteiligungsmöglichkeiten die Legislative, wie bei Parlamentswahlen, oder Exekutive durch Wahlen und Beteiligungen in der Gemeinde betreffen. Dies zeigt die Vielfältigkeit der Bürgerbeteiligung in Deutschland“, sagt der Büroleitende Beamte.

Bei den Strafsachen, die vor dem Amts- oder dem Landgericht verhandelt werden, sind ein Berufsrichter sowie zwei ehrenamtliche Schöffen eingesetzt. „Schöffen sind mit den Berufsrichtern gleichberechtigt. Für jede Verurteilung und jedes Strafmaß ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit in dem Gericht erforderlich“, sagt Michael Maske, selbst Schöffe und Beisitzer des Landesverbandes Nord der Deutschen Vereinigung der Schöffinnen und Schöffen: „Folglich kann gegen beide Schöffen niemand verurteilt werden. Jedes Urteil – gleichgültig ob Verurteilung oder Freispruch – haben die Schöffen daher mit zu verantworten.“

Eine höchst vertrauensvolle Aufgabe also, die von den Interessentinnen und Interessenten vor allem ein hohes Maß an Unparteilichkeit, Selbstständigkeit und Reife des Urteils verlangt. Da die Verhandlungen oft anstrengend und lange sind, bedarf es zudem einer großen geistigen Beweglichkeit und gesundheitlicher Eignung. Nicht benötigt werden dagegen ausdrücklich juristische Vorkenntnisse.

Die sonstigen Voraussetzungen für eine Bewerbung um ein Schöffenamt sind schnell aufgezählt:

  • Bewerber müssen am 01. Januar2019 mindestens 25 und höchstens 69 Jahre alt sein.
  • Bewerber müssen die deutsche Staatsangehörigkeit haben.
  • Die deutsche Sprache muss ausreichend beherrscht werden.
  • Bewerber dürfen nicht zu einer Freiheitsstrafe von mehr als sechs Monaten verurteilt sein.
  • Gegen Bewerber darf kein Ermittlungsverfahren wegen einer schweren Straftat, die zum Verlust der Übernahme von Ehrenämtern führen kann, geführt werden.

Von den momentan aktiven Rellinger Schöffinnen und Schöffen haben bislang drei signalisiert, dass sie ihr Amt auch weiter ausüben wollen. Uwe Goldt: „Die Erfahrungen, die mir zwei der Rellinger Schöffen kürzlich persönlich schilderten, zeigen mir, dass sie wirklich mit Herzblut bei der Sache sind und sich bei Gericht gut eingebunden fühlen.“ Es habe bereits weitere Bewerbungen gegeben, doch der Büroleitende Beamte betont: „Die Gemeinde sucht weiterhin aus allen gesellschaftlichen Bereichen noch Interessenten für das Schöffenamt.“ Bewerbungen können noch bis zum 16. April bei der Gemeinde eingereicht werden. Im zweiten Halbjahr wird dann über die Bewerbungen entschieden. Michael Maske: „Da die Gemeinden doppelt so viele Kandidaten vorschlagen sollen, wie Positionen zu besetzen sind, wird nicht jede Bewerbung berücksichtigt.“ ©Flomm/kommunikateam

Weitere Informationen gibt es unter www.schoeffenwahl.de und www.schoeffen-nord.de.