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05.02.2018

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Der Duft der Freiheit
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Rellingens Gleichstellungsbeauftragte Dorathea Beckmann (links) bedankte sich bei der Referentin Barbara Sichtermann. ©Flomm/kommunikateam

22. Frauenempfang im Rellinger Rathaus

Das Ende der 1960er-Jahre war eine Zeit des Aufbruchs und des Kampfes gegen das politische Establishment. Der Begriff der „68er“ prägte eine ganze Generation. 50 Jahre später war dieser Aufbruch auch Thema bei der 22. Auflage des Rellinger Frauenempfangs. Auf Einladung der Rellinger Gleichstellungs- und Familienbeauftragten Dorathea Beckmann hielt die Berliner Autorin und Journalistin Barbara Sichtermann einen Vortrag unter der Überschrift „Der Duft der Freiheit: 1968 und die Geschlechterfrage.“

Sichtermann, die das Glück hatte, in einem weltoffenen, liberalen und toleranten Elternhaus aufgewachsen zu sein, schilderte, wie im Rahmen der politischen Veränderungen auch das tradierte Rollen- und Geschlechterverständnis immer mehr in Frage gestellt wurde: „Der Feminismus packte uns beim Schlafittchen und ließ uns nicht mehr los.“ Vorbei war es damit, dass der Spruch „Du heiratest ja doch!“ die allgemeingültige Antwort auf alle Fragen nach einer eigenverantwortlichen und selbstbestimmten Lebensperspektive war.

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Irene Otto animierte die Gäste des Frauenempfangs zum Mitmachen und Mitsingen. ©Flomm/kommunikateam

Sichtermann sprach über die Entstehung der sexuellen Selbstbestimmung, über den Kampf um das Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch und um eine echte Gleichberechtigung in der Arbeitswelt. „Die Frauenbewegung von 1968 bis heute ist eine echte Erfolgsgeschichte“, sagte die Referentin, betonte aber gleichwohl, dass längst noch nicht alles erreicht sei: „Die Agenda ist noch nicht abgearbeitet.“ Einer der noch offenen Punkte ist die gleiche Bezahlung von Mann und Frau bei gleicher Arbeit. Der lang anhaltende Applaus der Gäste auf der Galerie des Rellinger Rathauses zeigte, wie sehr Barbara Sichtermann den Geist und die Herzen der Zuhörerinnen erreicht hatte.

Auf dem Weg in die Rathausgalerie wurden die Gäste von einer großen Schar von Zwergen begrüßt. „Das ist eine Idee von Gabriela Petersen, der Gleichstellungsbeauftragten aus Heide“, klärte Dorathea Beckmann auf. Die Zwerge – ein jeder war mit einem mehr oder minder provokanten Slogan versehen – sollte den Fokus darauf richten, dass sich mehr Frauen in der Kommunalpolitik engagieren und dort auch ihre Themen vertreten. Die Kommunalwahl am 6. Mai biete dafür die Gelegenheit, sagte Beckmann, die darauf hinwies, dass die Frauenquote im aktuellen Bundestag mit nur 31 Prozent auf einem historischen Tiefstand ist.

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Zwerge, die für mehr Frauen in der Kommunalpolitik sorgen sollen, begrüßten die Gäste im Rellinger Rathaus. ©Flomm/kommunikateam

Dorathea Beckmann konnte auch über Erfolge in der Gleichstellungsarbeit berichten. Nachdem das Land Schleswig-Holstein nunmehr das notwendige Geld zur Verfügung stellt, sind unter anderem in Pinneberg und Uetersen die Stellen der Gleichstellungsbeauftragten in Vollzeitstellen umgewandelt worden. In Rellingen gehe das aber noch nicht, da die Gemeinde weniger als 15.000 Einwohner hat. Das Einwohnermeldeamt nennt derzeit 14.700 Einwohner.

Für die musikalische Umrahmung sorgte die Rellingerin Irene Otto, die am Flügel, mit dem Saxofon und der Klarinette stets den richtigen Ton traf – und die Gäste zum Mitmachen und Mitsingen animierte. „Da Irene Otto als Kantorin und Organistin in Hamburg arbeitet, hat sie sonntags eigentlich keine Zeit“, so Beckmann: „Aber diesen Termin hat sie sich seit einem Jahr frei gehalten.“

In den Fluren des Rathauses gab es nach dem Vortrag noch die Gelegenheit, im Angebot des Eine-Welt-Ladens der Rellinger Kirchengemeinde zu stöbern, sich über den Frauenkleidermarkt am 17. und 18. Februar zu informieren oder sich in der Cafeteria zu stärken. Höhepunkt im Speisenangebot war ein Käse-Igel. Dorathea Beckmann: „Den habe ich mir gewünscht. Der passt so gut zum Thema.“ ©Flomm/kommunikateam