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05.05.2017

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Lieber einmal zuviel die Polizei rufen
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Günter Blunk (Mitte) begrüßte die Referenten Sönke-P. Hansen (links) und Wolfgang Ketels. ©Flomm/kommunikateam

Der Weiße Ring informiert beim Kriminalpräventiven Rat der Gemeinde Rellingen

„Kriminalität zum Nachteil von Senioren“: So lautete der Titel einer Informationsveranstaltung, zu der die Arbeitsgruppe Senioren des Kriminalpräventiven Rates der Gemeinde Rellingen geladen hatte. Günter Blunk und sein Organisationsteam hatten dafür mit Wolfgang Ketels und Sönke-P. Hansen zwei Referenten eingeladen, die den gut 30 Anwesenden auf der Galerie des Rellinger Rathauses einiges zu berichten hatten. Sowohl Ketels als auch Hansen engagieren sich ehrenamtlich für den Weißen Ring, Deutschlands einzig bundesweit tätige Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer.

Wolfgang Ketels war sogar in doppeltem Sinne vom Fach. Zwölf Jahre lang hatte der frühere Kriminalhauptkommissar in der Pressestelle der Hamburger Polizei gearbeitet. Nachdem er 2012 in den Ruhestand gegangen war, zog er 2014 nach Rellingen und konnte jetzt bei einem „Heimspiel“ aus seinem reichen Erfahrungsschatz schöpfen.

Er informierte die Besucher über Methoden des Trickdiebstahls und des Trickbetrugs, lockerte seinen Vortrag immer wieder mit informativen Videosequenzen auf. Ketels berichtete, dass die Täter mittlerweile so dreist sind und sich als Polizisten ausgeben: „Die Polizei fragt nie nach Geldverstecken oder Bankdaten. Und sie setzt auch niemanden unter Druck“, informierte der frühere Polizist. Es sei besser, einmal zuviel die Polizei zu rufen, als Kriminalitätsopfer zu werden. Eine Kernaussage aus dem Vortrag lautete: „Aufmerksamkeit hilft einem selbst und auch den Mitmenschen.“

Zuvor hatte Sönke-P. Hansen die Arbeit des Weißen Rings vorgestellt. „Die psychischen Folgen einer Tat wiegen oft schwerer als der materielle Schaden“, sagte der Leiter der Außenstelle Pinneberg, die sich in der Vergangenheit viel mit Körperverletzungen, Sexualdelikten und dem immer häufiger auftretenden Stalking (Nachstellung und Bedrohung auch über elektronische Medien) beschäftigen musste. Der Weiße Ring wurde 1976 auf Initiative des Fernsehjournalisten Eduard Zimmermann (Aktenzeichen XY) gegründet. In bundesweit 420 Außenstellen kümmern sich 3.200 Ehrenamtler um die Opfer von Kriminalität. Als Zuhörer, Unterstützer – oder auch mit finanziellen Mitteln. In bislang 360.000 Fällen sind 208 Millionen Euro geflossen. Der als eingetragener Verein organisierte Weiße Ring finanziert sich im wesentlichen über die Beiträge der knapp 50.000 Mitglieder sowie über Spenden und testamentarische Verfügungen.

Am Ende der gut 90-minütigen Veranstaltung nutzten die Gäste noch intensiv die Gelegenheit zum Austausch mit den Referenten. Hansen:  „Die Schwerpunkte dabei waren dubiose Spendensammler, Einladungen zu zweifelhaften Kaffeefahrten und der Enkeltrick." ©Flomm/kommunikateam